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Giersch und Wurzelunkraut dauerhaft entfernen

Es gibt Unkraut, das man jätet. Und es gibt Unkraut, das durch Jäten mehr wird. Giersch, Quecke, Ackerwinde und Schachtelhalm gehören in die zweite Gruppe — bei ihnen entscheidet nicht der Fleiß, sondern die Methode.

Dichter Gierschbestand entlang eines Holzzauns, dazwischen Brombeere und Brennnessel
So sieht die typische Ausgangslage aus: ein geschlossener Gierschteppich am Zaun, durchsetzt mit Brombeere und Brennnessel. Unter der Oberfläche ist die ganze Fläche von Ausläufern durchzogen.

Giersch ist kein Neophyt — und trotzdem das größere Problem

Vorweg, weil es oft durcheinandergeht: Giersch ist bei uns heimisch. Er wächst seit jeher in Auwäldern und an Waldrändern, wurde im Mittelalter als Gemüse angebaut und gegen Gicht verwendet — daher der Artname podagraria, von Podagra, dem Zipperlein. Er ist ausdrücklich kein invasiver Neophyt wie Staudenknöterich, Götterbaum oder Riesenbärenklau, und es gibt für ihn weder Melde- noch Bekämpfungspflicht.

Für Sie als Gartenbesitzer ändert das nichts. In der Praxis ist Giersch der Grund, aus dem Leute nach zehn Jahren ihren Garten aufgeben — weil er nicht spektakulär ist, sondern einfach nie aufhört. Neophyten wie Staudenknöterich behandeln wir auf einer eigenen Seite, weil dort andere Regeln und andere Entsorgungspflichten gelten.

Warum Jäten und Fräsen es schlimmer machen

Giersch vermehrt sich über waagerechte unterirdische Ausläufer, die Rhizome. Sie liegen meist nur 10 bis 20 Zentimeter tief, durchziehen dafür aber die gesamte Fläche wie ein Netz. Aus jedem Bruchstück mit einer einzigen Knospe wächst eine neue Pflanze.

Daraus folgen die beiden häufigsten Fehler:

Woran Sie Giersch erkennen: Das Blatt ist dreizählig und noch einmal dreiteilig — also neun Blättchen an einem Stiel. Der Stängel ist hohl und im Querschnitt deutlich dreikantig, nicht rund. Verwechseln lässt er sich mit jungem Holunder oder mit anderen Doldenblütlern; die Dreikantigkeit ist das sichere Merkmal.

Drei Wege, die funktionieren

1. Lichtdicht abdecken Die Fläche wird mit lichtundurchlässiger Folie oder starker Pappe abgedeckt, an den Rändern großzügig überlappend und beschwert. Ohne Licht ist das Rhizom nach ein bis zwei Vegetationsperioden erschöpft.

Günstig, sehr zuverlässig, braucht Geduld und sieht ein Jahr lang nicht schön aus. Kein Nachschauen zwischendurch — jede Lücke reicht ihm.
2. Ausgraben mit Kontrolle Der durchwurzelte Oberboden wird mit der Grabegabel abgehoben und Stück für Stück durchgesehen. Danach zwei bis drei Nachkontrollen in der ersten Saison, bei denen jeder neue Trieb sofort mit Wurzel heraus muss.

Die Fläche ist sofort wieder nutzbar. Steht und fällt mit der Nachkontrolle — ohne die ist das Geld weg.
3. Bodenaustausch Der belastete Boden wird ausgehoben, fachgerecht entsorgt und durch sauberen Oberboden ersetzt. Bei Giersch reicht meist die durchwurzelte Schicht.

Sofort frei und sofort bepflanzbar, dafür die teuerste Variante. Sinnvoll, wenn ohnehin Erdbau ansteht — dann läuft es im selben Arbeitsgang mit.
Vorbereitetes Planum auf einer Baustelle nach dem Bodenabtrag
Wenn ohnehin Erdbau ansteht, ist die Sanierung fast geschenkt: Der belastete Oberboden geht mit dem Aushub raus, sauberer Boden kommt zurück.

Was Sie auf Wegen und Einfahrten nicht dürfen

Ein Punkt, bei dem wir Kunden regelmäßig vor Ärger bewahren: Auf befestigten Flächen — Einfahrt, Gehweg, Hofpflaster, Terrasse — ist die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ohne behördliche Genehmigung verboten. Das steht so im Pflanzenschutzgesetz und wird auch kontrolliert.

Und es gilt ausdrücklich auch für die gut gemeinten Hausmittel: Salz und Essig sind auf Pflasterflächen genauso verboten wie ein gekauftes Mittel, denn rechtlich wird alles zum Pflanzenschutzmittel, was gegen Pflanzen eingesetzt wird. Verstöße sind bußgeldbewehrt. Dazu kommt: Auf versiegelten Flächen versickert nichts im Boden, sondern läuft in die Kanalisation und ins Grundwasser.

Auf Belägen arbeiten wir deshalb mechanisch mit der Fugenbürste oder thermisch mit Heißwasser — und wenn eine Fuge jedes Jahr wieder zuwächst, liegt das meistens am Fugenmaterial. Dann ist Neuverfugen die günstigere Dauerlösung als jährliches Nacharbeiten.

Die anderen hartnäckigen Wurzelunkräuter

ArtWarum hartnäckigWas hilft
Giersch
Aegopodium podagraria
Flaches Rhizomnetz, jedes Bruchstück treibt neu aus Abdecken oder mit der Grabegabel ausheben, dann Nachkontrolle
Quecke
Elymus repens
Spitze, harte Ausläufer, die selbst Kartoffeln durchbohren Wie Giersch. Besonders sorgfältig sieben — Reste treiben zuverlässig
Ackerwinde
Convolvulus arvensis
Wurzeln reichen sehr tief, Ausgraben erwischt nie alles Abdecken über eine ganze Saison; konsequent jeden Trieb abnehmen, bis der Speicher leer ist
Ackerschachtelhalm
Equisetum arvense
Wurzelt bis in mehrere Meter Tiefe, praktisch nicht ausgrabbar Ursache beheben: Er ist ein Zeiger für Staunässe und Verdichtung. Drainage und Bodenlockerung wirken besser als jede Bekämpfung
Brombeere
Rubus fruticosus
Bewurzelt sich an den Triebspitzen neu, treibt aus dem Wurzelstock Wurzelstock ausgraben, nicht nur abschneiden. Ranken vorher zurücknehmen
Brennnessel
Urtica dioica
Kräftiges Rhizom, aber vergleichsweise gut greifbar Ausgraben. Zeigt einen sehr stickstoffreichen Boden an — nicht zusätzlich düngen

Danach: die Fläche geschlossen halten

Sanierung ohne Anschlussplan hält selten. Offener Boden wird wieder besiedelt — von Giersch aus dem Nachbargarten, von Samenunkraut aus der Luft. Deshalb gehört zu jeder Sanierung eine Bepflanzung, die den Boden dauerhaft schließt: dichte Bodendecker, Staudenpflanzung nach Flächenprinzip, oder eine Mulchschicht, bis die Pflanzung geschlossen ist.

Und die Grenze zum Nachbarn: Wenn dort Giersch steht, kommt er wieder. Eine Rhizomsperre entlang der Grenze, 40 bis 60 Zentimeter tief eingebaut, ist der einzige Weg, der dauerhaft trägt. Mehr dazu unter pflegeleichte Beete.

Fertiges Rindenmulchbeet mit sauberer Granitkante zum Rasen
Nach der Sanierung: geschlossene Pflanzung mit klarer Kante. Was keinen offenen Boden hat, wird auch nicht wieder besiedelt.

Wie wir vorgehen

  1. Bestimmen. Zuerst wird geklärt, womit wir es zu tun haben — Giersch, Quecke, Winde, Schachtelhalm oder ein Neophyt. Davon hängt alles Weitere ab, auch die Entsorgung.
  2. Umfang aufnehmen. Wie weit reicht die Fläche wirklich, was steht darin, was soll erhalten bleiben, wo liegt die Grenze zum Nachbarn.
  3. Methode wählen. Abdecken, ausgraben oder austauschen — nach Fläche, Zeitrahmen und Budget. Wir sagen Ihnen ehrlich, wenn die günstige Variante reicht.
  4. Nachkontrolle. Bei Giersch und Quecke gehören zwei bis drei Termine im ersten Jahr dazu. Ohne sie ist die Sanierung unvollständig — das schreiben wir ins Angebot, nicht ins Kleingedruckte.

Häufige Fragen

Ist Giersch eine invasive Art?

Nein. Giersch ist in Mitteleuropa heimisch und schon seit dem Mittelalter als Gemüse- und Heilpflanze bekannt — der botanische Name Aegopodium podagraria verweist auf die frühere Anwendung gegen Gicht, das Podagra. Er ist also kein Neophyt und unterliegt keiner Melde- oder Bekämpfungspflicht. Hartnäckig ist er trotzdem: Das macht nicht seine Herkunft, sondern seine Vermehrung über unterirdische Ausläufer.

Warum kommt Giersch nach dem Jäten immer wieder?

Weil Sie beim Jäten nur das Blatt erwischen. Giersch wächst über waagerechte Rhizome unter der Erde, und aus jedem Bruchstück mit einer Knospe treibt eine neue Pflanze. Wer mit dem Spaten sticht oder mit der Fräse durchgeht, zerteilt die Ausläufer und vermehrt ihn dadurch. Das ist der häufigste Fehler, den wir in Gärten sehen.

Darf ich Unkrautvernichter auf meiner Einfahrt spritzen?

Nein. Auf befestigten und versiegelten Flächen — Einfahrt, Gehweg, Terrasse, Hofpflaster — ist die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ohne Genehmigung der zuständigen Behörde verboten. Das gilt ausdrücklich auch für Hausmittel wie Salz, Essig oder Essigreiniger, die rechtlich als Pflanzenschutzmittel gelten, sobald man sie gegen Pflanzen einsetzt. Verstöße sind bußgeldbewehrt, und die Mittel landen ungefiltert im Grundwasser. Auf Belägen arbeiten wir deshalb mechanisch oder thermisch.

Wie lange dauert es, bis eine Fläche wirklich frei ist?

Beim Abdecken rechnen Sie mit einer bis zwei Vegetationsperioden — lichtdicht, ohne Lücke, ohne vorzeitiges Nachschauen. Beim Ausgraben ist die Fläche sofort nutzbar, braucht aber zwei bis drei Nachkontrollen im ersten Jahr. Beim Bodenaustausch ist sie sofort frei, das ist aber auch die teuerste Variante.

Lohnt sich Bodenaustausch bei Giersch?

Meistens nicht. Bei Giersch reicht in aller Regel gründliches Ausgraben mit anschließender Kontrolle, weil die Rhizome flach liegen. Bodenaustausch bis in die Tiefe ist bei Staudenknöterich das Mittel der Wahl — der wurzelt bis in mehrere Meter. Wer bei Giersch gleich einen Container Erde bestellt, zahlt für Sicherheit, die er nicht braucht.

Kann ich Giersch einfach überpflanzen?

Nur, wenn die Fläche vorher sauber ist. Ein dichter Bodendecker hält Giersch danach draußen — er hält ihn nicht auf, wenn er schon drin ist. Wer in eine verseuchte Fläche pflanzt, hat den Giersch anschließend mitten in den neuen Stauden und kommt gar nicht mehr heran, ohne alles wieder herauszunehmen.

Was kostet die Sanierung einer Fläche?

Das hängt an der Fläche, an der Methode und daran, ob Beete und Gehölze stehen bleiben sollen. Abdecken ist am günstigsten und braucht Zeit, Ausgraben liegt in der Mitte, Bodenaustausch ist am teuersten und am schnellsten. Nach der Besichtigung bekommen Sie einen Festpreis. Vorher wäre jede Zahl geraten.

Fläche ansehen lassen

Ortstermin und Einschätzung kosten nichts. Danach wissen Sie, welche Methode reicht — und was sie kostet.

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