Regenwasserversickerung und Rigolenbau in Berlin und Potsdam

KANIA Garten- und Landschaftsbau plant und baut Versickerungsanlagen für Privatgrundstücke, Gewerbe und Neubauten: Rigolen, Sickerschächte, Mulden-Rigolen-Systeme, Flächenversickerung – vom Versickerungsversuch bis zur wiederhergestellten Oberfläche. Aufmaß kostenlos, Preis als Festpreis.

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Post von den Wasserbetrieben – oder Neubau ohne Einleiterlaubnis

Der erste Anlass ist ein Brief der Berliner Wasserbetriebe. Die BWB überprüfen nach eigenen Angaben bis 2026 alle Berliner Grundstücksflächen und bewerten neu, wie das Regenwasser abgeleitet wird. Betroffene erhalten ein Flächenerfassungsblatt und sollen die Daten mit der Realität vergleichen. Wer eine Terrasse gepflastert oder eine Zufahrt befestigt hat, findet dort mehr Quadratmeter als erwartet – abgerechnet wird je Quadratmeter angeschlossener Fläche.

Regenwasser läuft aus dem KG-Rohr in die mit Vlies umschlossene Kiespackung einer Rigole
Rigole im Bau: Das Regenwasser wird über das KG-Rohr in die vliesumschlossene Kiespackung eingeleitet.

Der zweite ist ein Bauvorhaben. Die BWB formulieren unmissverständlich: „Bei Bauvorhaben im Einzugsbereich der Mischkanalisation sind Regenwassereinleitungen grundsätzlich nicht mehr möglich." Ausnahmen gibt es nur in begründeten Fällen. Nach dem Hinweisblatt BReWa-BE darf bei Neubauten und wesentlichen Umnutzungen ohnehin nur so viel eingeleitet werden, wie vom unbebauten Grundstück natürlicherweise abgeflossen wäre. Ohne eigene Lösung also keine Entwässerungsgenehmigung – die BWB empfehlen eine frühzeitige Voranfrage.

Rechtslage Berlin

Der bundesweite Rahmen steht in § 55 Absatz 2 WHG: Niederschlagswasser soll ortsnah versickert, verrieselt oder ohne Vermischung mit Schmutzwasser in ein Gewässer eingeleitet werden, soweit dem keine wasserrechtlichen oder sonstigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften und keine wasserwirtschaftlichen Belange entgegenstehen.

Berlin konkretisiert das in § 36a Berliner Wassergesetz. Absatz 1 verlangt die Versickerung über die belebte Bodenzone, soweit eine Verunreinigung des Grundwassers nicht zu besorgen ist und signifikante nachteilige Auswirkungen auf den Zustand der Gewässer nicht zu erwarten sind. Absatz 2 erlaubt es, Eigentümer per Rechtsverordnung zur Versickerung zu verpflichten, Absatz 3 entsprechende Festsetzungen im Bebauungsplan. Die Niederschlagswasserfreistellungsverordnung stellt die schadlose Versickerung außerhalb von Wasserschutzzonen unter Voraussetzungen erlaubnisfrei; sonst ist ein wasserrechtlicher Antrag nötig.

Rechtslage Brandenburg und Potsdam

Brandenburg hat eine vergleichbare, noch direktere Regelung. § 54 Absatz 4 Brandenburgisches Wassergesetz: „Soweit eine Verunreinigung des Grundwassers nicht zu besorgen ist und sonstige Belange nicht entgegenstehen, ist Niederschlagswasser zu versickern." Nach § 66 Absatz 2 BbgWG können Gemeinden die Versickerung zusätzlich per Satzung vorschreiben.

Mit Geotextil ausgekleidete und mit Kies verfüllte Sickerpackung zur Regenwasserversickerung
Mit Geotextil ausgekleidete und mit Kies verfüllte Sickerpackung zur Regenwasserversickerung
Fertig verfüllte Rigole mit Vliesumschlag vor dem Verschließen der Baugrube
Fertig verfüllte Rigole mit Vliesumschlag vor dem Verschließen der Baugrube

Für die Anlage gelten §§ 8 und 9 WHG: Für punktuelle Anlagen wie Sickerschacht, Mulde oder Rigole erteilt die untere Wasserbehörde eine wasserrechtliche Erlaubnis, großflächige Versickerung über die Rasenfläche wird schlanker beantragt.

Technische Lösungen im Vergleich

Rigole

Unterirdischer Speicherkörper aus Sickerblöcken oder Kies, in Vlies eingeschlagen. Einsatzbereich: Standard für Dach- und Hofflächen ohne Platz an der Oberfläche. Platzbedarf: oberirdisch keiner – darüber liegen Rasen, Beet oder Pflaster.

Sickerschacht

Senkrechter Schacht in tiefere, durchlässigere Schichten. Einsatzbereich: kleine Grundstücke, bindige Deckschicht über sandigem Horizont. Platzbedarf: gering. Nachteil: punktuelle Einleitung, oft nur mit Bodenpassage genehmigungsfähig.

Mulden-Rigolen-System

Flache begrünte Mulde über einer Rigole; das Wasser passiert erst die belebte Bodenzone. Einsatzbereich: fachlich sauberste, meist genehmigungsfreundlichste Lösung. Platzbedarf: mittel.

Flächenversickerung

Über Rasen, Schotterrasen oder durchlässiges Pflaster. Einsatzbereich: durchlässiger Boden, viel freie Fläche. Platzbedarf: hoch – dafür am günstigsten.

Zisterne mit Überlauf

Speicher für Garten- oder Brauchwasser, Überlauf in Rigole oder Mulde. Einsatzbereich: wo Sie das Wasser nutzen. Allein ersetzt sie keine Versickerung – bei Dauerregen ist sie voll.

Wovon die Bemessung abhängt

Bemessen wird nach DWA-A 138-1. Vier Größen bestimmen das Ergebnis:

Einleitung des Regenwassers in die Sickerpackung einer Rigole im Detail
Detail der Einleitung – der Vliesumschlag verhindert, dass Feinmaterial die Sickerpackung zusetzt.
  • Angeschlossene Fläche und Abflussbeiwert – Dach, Pflaster und Rasengitter liefern sehr unterschiedliche Mengen.
  • Bodendurchlässigkeit (kf-Wert) – praktikabel etwa zwischen 1 × 10⁻³ und 1 × 10⁻⁶ m/s. Darunter hilft meist nur ein gezieltes Element wie eine Rigole, darüber braucht es Maßnahmen zum Stoffrückhalt.
  • Grundwasserstand – zwischen Anlagensohle und maßgeblichem mittleren höchsten Grundwasserstand wird in der Regel mindestens ein Meter erwartet.
  • Bemessungsregen – aus aktuellen KOSTRA-DWD-Daten.

Warum ein Versickerungsversuch vor der Planung nötig ist

Der kf-Wert dominiert die Rechnung und lässt sich nicht schätzen. Das Regelwerk bewertet die Bestimmungsmethode über Korrekturfaktoren: großflächiger Feldversuch Faktor 1,0, Laborverfahren an gestörter Bodenprobe nur 0,1. Ohne Versuch rechnen Sie mit einem Bruchteil der Leistung – oder mit einer Zahl, die im Verfahren nicht trägt. Eine unterdimensionierte Rigole fällt erst beim Starkregen auf.

Ablauf von der Voranfrage bis zur Abnahme

  • Ortstermin und Aufmaß – kostenlos.
  • Voranfrage bei Wasserbetrieben oder unterer Wasserbehörde.
  • Versickerungsversuch und Grundwasserstand.
  • Bemessung und Antrag nach DWA-A 138-1.
  • Bau – Erdarbeiten, Schächte, Speicherkörper, Anschluss der Fallrohre.
  • Abnahme, Nachweis, Wiederherstellung der Oberfläche.

Was Sie bei den Gebühren sparen

Berlin. Flächen ohne direkten oder indirekten Anschluss an die zentralen öffentlichen Abwasseranlagen sind nach der Abwassergebührensatzung der Berliner Wasserbetriebe nicht gebührenwirksam. Für Versickerung nennt die Satzung: ohne Kanalanschluss 100 Prozent Absetzung, mit gedrosselter Einleitung 50 Prozent. Regenwassernutzung im Gebäude: seit 1. Januar 2024 90 Prozent, Speicher zur Gartenbewässerung 10 Prozent ab 20 Litern je Quadratmeter.

Der Gebührensatz wird widersprüchlich angegeben: Die Abwassergebührensatzung der BWB nennt 1,809 Euro je Quadratmeter und Jahr, das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg zum 1. Januar 2025 gerundet 1,81 Euro – die BWB-Seite zur Bestandsaufnahme dagegen 1,84 Euro. Wir rechnen mit dem Satz Ihres aktuellen Bescheids und weisen ihn im Angebot aus.

Potsdam. Hier ist die Systematik eine andere: Einen prozentualen Minderungskatalog wie in Berlin kennt die Potsdamer Abwasserbeseitigungs- und -abgabensatzung nicht, ausgenommen eine Minderung für Dachbegrünung nach Abflussbeiwert auf Antrag. Gebührenpflichtig sind nur Flächen, von denen Niederschlagswasser in die zentrale öffentliche Anlage gelangen kann; als nicht angeschlossen gelten laut Erhebungsbogen Flächen ohne Ablauf, von denen das Wasser ganzjährig in Grünflächen entwässert oder vollständig dezentral versickert. Versickerung nimmt die Fläche also aus der Bemessungsgrundlage. Die Gebühr beträgt ab 1. Januar 2026 1,33 Euro je Quadratmeter.

Rechts- und Gebührenstände ändern sich; diese Angaben ersetzen keine Behördenauskunft.

Was kostet eine Versickerungsanlage?

Kostenkennwerte je Kubikmeter Rigole kursieren reichlich, stammen aber meist aus Blogquellen ohne Erdbau und Anschluss. Eine Pauschale nennen wir deshalb nicht – wohl aber die Preisfaktoren:

  • Speichervolumen aus der Bemessung.
  • Bodenverhältnisse – Sand geht zügig, Bauschutt und Lehm kosten Zeit.
  • Aushubentsorgung – oft die größte Einzelposition.
  • Zugänglichkeit – Minibagger statt Bagger.
  • Leitungslänge, Anschlusspunkte, Schächte, Oberfläche.
  • Genehmigungsaufwand – Freistellung oder Erlaubnis, Nachweis.

Kostenloses Aufmaß und Festpreis

Wir messen die angeschlossenen Flächen auf, sehen uns Boden, Gefälle und Platzangebot an und sagen Ihnen, welche Lösung an Ihrem Standort trägt. Danach erhalten Sie ein schriftliches Festpreisangebot.

01575 275 36 25

Einzugsgebiet

Wir arbeiten in Potsdam, Berlin und im brandenburgischen Umland, darunter Werder (Havel), Kleinmachnow, Teltow, Stahnsdorf, Michendorf, Nuthetal und Falkensee. Steht zusätzlich die Abwasserseite an: Abwassertank und Kleinkläranlage.

Häufige Fragen zur Regenwasserversickerung

Ich habe Post von den Berliner Wasserbetrieben bekommen – was soll ich tun?

Die Wasserbetriebe überprüfen bis 2026 alle Berliner Grundstücksflächen neu und schicken Eigentümern ein Flächenerfassungsblatt. Vergleichen Sie die eingetragenen Flächen mit der Realität und dokumentieren Sie Abweichungen. Flächen ohne direkten oder indirekten Anschluss an die öffentliche Kanalisation sind nach der Gebührensatzung nicht gebührenwirksam – genau hier setzt eine Versickerungsanlage an.

Darf ich mein Regenwasser bei einem Neubau noch in den Kanal leiten?

Im Berliner Mischkanalgebiet in aller Regel nicht. Die Berliner Wasserbetriebe erklären, dass Regenwassereinleitungen bei Bauvorhaben im Einzugsbereich der Mischkanalisation grundsätzlich nicht mehr möglich sind; Ausnahmen gibt es nur in begründeten Fällen. Auch sonst darf nach dem Hinweisblatt BReWa-BE nur so viel eingeleitet werden, wie vom unbebauten Grundstück natürlicherweise abgeflossen wäre.

Brauche ich für eine Rigole eine Genehmigung?

Das hängt vom Standort ab. In Berlin stellt die Niederschlagswasserfreistellungsverordnung die schadlose Versickerung außerhalb von Wasserschutzzonen unter bestimmten Voraussetzungen von der Erlaubnispflicht frei; sonst ist ein wasserrechtlicher Antrag nötig. In Brandenburg erteilt die untere Wasserbehörde für punktuelle Anlagen wie Sickerschächte, Mulden und Rigolen regelmäßig eine wasserrechtliche Erlaubnis.

Wie groß muss eine Rigole sein?

Das ergibt die Bemessung nach Arbeitsblatt DWA-A 138-1. Sie hängt an vier Größen: angeschlossene Fläche samt Abflussbeiwert, Bodendurchlässigkeit als kf-Wert, Abstand zum höchsten Grundwasserstand und Bemessungsregen aus den KOSTRA-Daten. Der praktikable kf-Bereich liegt etwa zwischen 1 × 10⁻³ und 1 × 10⁻⁶ m/s. Faustformeln führen zu unterdimensionierten Anlagen.

Warum ist ein Versickerungsversuch nötig?

Weil der kf-Wert die Rechnung dominiert und sich nicht schätzen lässt. Das Regelwerk bewertet die Bestimmungsmethode über Korrekturfaktoren: Ein großflächiger Feldversuch geht mit dem Faktor 1,0 ein, ein Laborverfahren an gestörter Bodenprobe nur mit 0,1. Ohne Versuch bauen Sie erheblich größer oder riskieren eine Anlage, die im Verfahren durchfällt.

Spare ich in Potsdam Gebühren, wenn ich versickere?

Die Potsdamer Satzung kennt keinen prozentualen Minderungskatalog wie Berlin, ausgenommen eine Minderung für Dachbegrünung nach Abflussbeiwert auf Antrag. Gebührenpflichtig sind nur Flächen, von denen Niederschlagswasser in die öffentliche Anlage gelangen kann; vollständig dezentral versickernde Flächen ohne Ablauf gelten als nicht angeschlossen. Die Gebühr beträgt ab 1. Januar 2026 1,33 Euro je Quadratmeter und Jahr.

Kontakt

KANIA Garten- und Landschaftsbau
Ganghoferstr. 5, 14476 Potsdam
Telefon: 01575 275 36 25
E-Mail: info@kania-galabau.de

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